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Zehn Learnings für kreatives Arbeiten

Wie entwickle ich gute Ideen? Was fördert und was stört Kreativität? im Stammtisch Wissenschaftskommunikation unter dem Titel „Kreativ mit Kopfstand – wie finden wir neue Ideen für die Wissenschaftskommunikation?“ am 22. September 2021 sind wir diesen Fragen nachgegangen.

Die Online-Runde vom Hamburger Stammtisch für Wissenschaftskommunikation

Kreativen Input gaben uns und unseren Gästen Julia Bihl, künstlerische Leitung vom Theaterkollektiv „Kompanie Kopfstand“, und Dirk von Gehlen, Journalist und Autor des Buches „Anleitung zum Unkreativsein“. Hier findet ihr die zehn wichtigsten Learnings des Abends:

  1. Mehr diskutieren statt bewerten
    Kreativität wird schnell im Keim erstickt, wenn wir auf die Ideen von anderen mit „aber“ anstatt mit „und“ antworten. Das passiert besonders häufig, wenn wir jemanden nicht mögen. Von dieser schlechten Angewohnheit sollten wir uns dringlichst lösen. Vielmehr sollten wir überlegen, wie wir die Ideen anderer besser machen können. Merke: Wer per se die Ideen von anderen ablehnt, blockiert den kreativen Prozess.
  2. Kreativität wächst, wenn wir sie mit anderen teilen
    Mit Kreativität verhält es sich wie mit Vertrauen, Liebe oder Selbstbewusstsein – sie wächst, wenn wir sie mit anderen teilen. Wir alle können am kreativen Prozess teilhaben, wenn wir mit den Ideen anderer interagieren. Selbst dann, wenn wir uns für unkreativ halten.
  3. Grenzen geben Denkrichtung vor
    Ideen sind dafür da, Probleme zu lösen. Das heißt, sie müssen sich in bestimmten Grenzen bewegen. Komplett freies Denken ist meistens hinderlich. Denn so lässt sich kaum ermessen, ob eine Idee gut oder schlecht ist.
  4. Ideen nicht an Umsetzung messen
    Sich auf die Umsetzung einer Idee zu fixieren, kann das Denken blockieren. Nur weil sich eine Idee nicht umsetzen lässt, ist sie nicht automatisch schlecht. Und andersherum ist nicht jede Idee, die umgesetzt wird, eine gute.
  5. Ideen sind nie wirklich weg
    Wenn die Idee für das aktuelle Problem einfach nicht passt, sollten wir sie nicht gänzlich und auf alle Ewigkeit verwerfen. Es kann sich lohnen, länger auf ihr herumzudenken. In einem neuen Kontext ergibt die alte Idee plötzlich einen ganz neuen Sinn.
  6. Lass dich von der Idee finden
    Wie lautet ein Akronym aus den Worten „originell“, „flexibel“, „frei“, „engagiert“ und „neugierig“? Richtig: Offen! Wenn wir offen für Kreativität und neue Ansätze sind, dann findet die gute Idee uns von ganz allein. Wer glaubt, kein kreativer Mensch zu sein, liegt falsch. Manche Menschen verstecken sich nur zu gut, um von einer guten Idee gefunden zu werden.
  7. Mut zum Scheitern
    Es ist unmöglich, etwas Neues zu schaffen, wenn wir uns immer nur in bekannten Mustern und Rahmen bewegen. Stattdessen müssen wir Wagnisse eingehen und zum Scheitern bereit sein. Dafür brauchen wir auch den Mut, uns in peinliche Situationen zu begeben. Aus misslungenen Projekten lernt man am meisten.
  8. Ideentagebuch führen
    An dieser Stelle ein kleiner Tipp, wie ihr euch nach wenigen Wochen wie der kreativste Mensch unter der Sonne fühlt: Schreibt jeden Tag eine Idee auf. Es müssen nicht zwingend eigene Ideen sein. Ihr könnt auch Dinge vermerken, die euch im Alltag, auf der Straße oder im Büro begegnet sind. Hauptsache, die Idee fühlt sich für euch kreativ an.
  9. Zeitdruck ist der Feind der Kreativität
    Wann genau uns die zündende Idee kommt, lässt sich unmöglich planen. Die Erfahrung zeigt: Oft kommt sie nicht bei der Arbeit, sondern auf dem Fahrrad, in der Gemüseabteilung oder beim Zähneputzen – ganz plötzlich und unverhofft. Damit es diese Momente gibt, brauchen wir Freizeit. Wer vor lauter Zeitdruck nie abschalten kann, dem kommt vielleicht nie eine gute Idee.
  10. Sich selbst überraschen
    Raus aus der Routine: Auf einen anderen Platz setzen, etwas anderes zu trinken bestellen, einen anderen Heimweg wählen – neue Eindrücke lassen die Kreativität fließen. Wer bewusst vom Gewohnten abweicht, kann wahre Wunder bewirken.

Steile These: In der offenen Abschlussdiskussion des Online-Stammtischs äußerte ein Teilnehmer die provokante These, Rheinländer*innen hätten mehr Sinn für Humor und seien dadurch dem kreativen Denken gegenüber offener eingestellt als Norddeutsche. Daraufhin entbrannte eine lebhafte Diskussion… 😊 So wünschen wir uns das.

Zum Ende hin stimmte die Runde über das Thema des nächsten Stammtischs ab. Dann dreht sich alles um Newsletter.

Weitere Informationen zu den Referent*innen:

 

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