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News Was Europa wertvoll macht

Was Europa wertvoll macht

Geschich­te im Brenn­punkt der Zeit: Der bul­ga­ri­sche Poli­tik­wis­sen­schaft­ler Ivan Kras­t­ev betrach­te­te in sei­ner Auf­takt­re­de zum dies­jäh­ri­gen Kör­ber Histo­ry Forum 2018 his­to­ri­sche Ris­se inner­halb Euro­pas und den Wert der Staa­ten­ge­mein­schaft heu­te. Mann beißt Hund hat die Körber-Stiftung bei der Pres­se­ar­beit zu der Ver­an­stal­tung unter­stützt.

Die Euro­päi­sche Uni­on hat heu­te wie­der mehr Befür­wor­ter als noch vor weni­gen Jah­ren. Das zei­gen aktu­el­le Umfra­gen. Laut dem bul­ga­ri­schen Poli­tik­wis­sen­schaft­ler Ivan Kras­t­ev, Vor­sit­zen­der des Cen­ter for Libe­ral Stu­dies in Sofia, resul­tiert die­se Zustim­mung jedoch auch aus einer Gegen­be­we­gung: dem Auf­stieg der EU-skeptischen Par­tei­en. Ob die­se Wech­sel­wir­kung eine gute oder schlech­te Nach­richt sei, müs­se dis­ku­tiert wer­den, mach­te Kras­t­ev in sei­ner Auf­takt­re­de wäh­rend des dies­jäh­ri­gen Kör­ber Histo­ry Forums deut­lich. „In zahl­rei­chen Län­dern Euro­pas gibt es Bestre­bun­gen, Geschich­te in den Dienst popu­lis­ti­scher oder natio­na­lis­ti­scher Zie­le zu stel­len. Die­ser Ten­denz wol­len wir etwas ent­ge­gen­set­zen“, erläu­ter­te Gabrie­le Woidel­ko, Lei­te­rin des Bereichs Geschich­te und Poli­tik in der Körber-Stiftung, das Anlie­gen des Kör­ber Histo­ry Forums.

Von Flucht und Integration bis Neo-Osmanismus

Das jähr­li­che Forum the­ma­ti­siert his­to­ri­sche Ursa­chen aktu­el­ler poli­ti­scher Her­aus­for­de­run­gen. In die­sem Jahr ging es um den Wert Euro­pas. Vie­le bren­nend aktu­el­le The­men stan­den dem­entspre­chend auf der Tages­ord­nung: die dro­hen­den Spal­tung Euro­pas, Flucht und Inte­gra­ti­on, Russ­land und der Wes­ten im Zeit­al­ter neu­er Auf­rüs­tung, tür­ki­scher Neo-Osmanismus und die Bedeu­tung der Natio­nal­staa­ten in Mit­tel­ost­eu­ro­pa 100 Jah­re nach Ende des Ers­ten Welt­kriegs.

Wir sehen über­all auf der Welt, dass ein frei­es und demo­kra­ti­sches Gemein­we­sen etwas sehr Zer­brech­li­ches ist“, sag­te Tho­mas Paul­sen, Vor­stand der Körber-Stiftung zur Eröff­nung im Römi­schen Hof. Wel­che Bedeu­tung haben das Kriegs­en­de 1918, Zusam­men­bruch und Ver­lust, aber auch die Erlan­gung von Staat­lich­keit und das Ent­ste­hen von Demo­kra­ti­en 100 Jah­re spä­ter? Was muss Euro­pa aktu­ell gewähr­leis­ten, damit aus „Alt­ein­ge­ses­se­nen“ und „neu Hin­zu­ge­kom­me­nen“ eine funk­tio­nie­ren­de Wer­te­ge­mein­schaft wird? Die­se und ande­re aktu­el­le Fra­gen stell­te die Körber-Stiftung vor rund 200 Gäs­ten im Römi­schen Hof in Ber­lin zur Dis­kus­si­on. Bereits zum drit­ten Mal gelang es der Kon­fe­renz, his­to­ri­sche Prä­gun­gen aktu­el­ler Kon­flik­te sicht­bar zu machen und dar­aus Per­spek­ti­ven für ihre Über­win­dung zu ent­wi­ckeln.

Ivan Kras­t­ev, einer der füh­ren­den ost­eu­ro­päi­schen Poli­tik­wis­sen­schaft­ler. Fotos: David Aus­ser­ho­fer

Ivan Kras­t­ev skiz­zier­te in sei­ner Eröff­nungs­re­de, vor wel­chen his­to­ri­schen Hin­ter­grün­den aktu­el­le natio­na­lis­ti­sche Ten­den­zen in eini­gen ost­eu­ro­päi­schen Staa­ten ent­ste­hen. So folg­te auf die demo­kra­ti­sche Revo­lu­ti­on in Ost­eu­ro­pa eine Art demo­gra­fi­sche Gegen­re­vo­lu­ti­on durch die Abwan­de­rung vie­ler Bür­ger. Bewe­gun­gen wie die­se ver­stär­ken kol­lek­ti­ve Ängs­te, unter ande­rem Ver­lust­ängs­te. Das Bei­spiel Grie­chen­lands und Ita­li­ens wie­der­um zei­ge, wie Wäh­ler und Wäh­le­rin­nen zwar immer schnel­ler Regie­run­gen aus­wech­seln kön­nen, aber den­noch kei­nen Hebel haben, um die für sie oft mit schmerz­haf­ten Ver­lus­ten ver­bun­de­ne Wirtschafts- und Sozi­al­po­li­tik zu ändern.

Deutsch-Polnisches Baromenter 2018

Ein zusätz­li­ches Schlag­licht warf das zum Kör­ber Histo­ry Forum erschei­nen­de Deutsch-Polnische Baro­me­ter 2018. Es beleuch­tet Facet­ten der Ent­wick­lung in den Bezie­hun­gen zwi­schen Deutsch­land und Polen, ins­be­son­de­re vor dem Hin­ter­grund ihrer his­to­ri­schen Belas­tun­gen. Die Körber-Stiftung hat das Baro­me­ter in Zusam­men­ar­beit mit dem Insti­tu­te of Public Affairs in War­schau und der Konrad-Adenauer-Stiftung in War­schau her­aus­ge­ge­ben.

Als Agen­tur bera­ten wir die Körber-Stiftung bei der Anspra­che von Medi­en und unter­stüt­zen die Pres­se­ar­beit rund um das Kör­ber Histo­ry Forum.

Wer nicht live dabei sein konn­te, kann sich die Key­note und wei­te­re Panels hier im Video­mit­schnitt anse­hen.

 

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