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Preisverleihung Deutscher Studienpreis 2019. Bild: Körber-Stiftung

Deutscher Studienpreis: Auszeichnung für junge Wissenschaft

Von der Bankenkrise über den islamistischen Terror bis hin zu Dr. Google: Die Forschungsthemen der Preisträger*innen des Deutschen Studienpreises 2019 sind vielfältig. Wir unterstützen die Körber-Stiftung dabei, diese in der Öffentlichkeit bekannt zu machen.

Mit einem Preisgeld von insgesamt mehr als 100.000 Euro gehört der Studienpreis der Körber-Stiftung zu den höchstdotierten Auszeichnungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs in Deutschland. Schirmherr und Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble übergab den Preis am 9. Dezember an die insgesamt zehn prämierten Wissenschaftler*innen. Die spannendsten Themen für die Medien aufzubereiten, war auch in diesem Jahr unsere dankbare Aufgabe. Eine Kostprobe:

Radikalisierung von Islamist*innen durch Medienberichte?

Als erste Studie überhaupt zeigt die Dissertation von Katharina Neumann, welche Rolle journalistische Medien bei der Radikalisierung von Islamist*innen spielen. So kann eine „dramatisierende, emotionalisierende und pauschalisierende Berichterstattung“ sowohl über den Islam im Allgemeinen als auch über islamistische Terroranschläge einzelne Personen dazu motivieren, selbst einen Terroranschlag zu begehen. Für ihre Studie interviewte die Kommunikationswissenschaftlerin 22 inhaftierte Islamisten sowie sechs Szene-Aussteiger.

Hausarzt vs. Dr. Google – wem vertrauen Patient*innen mehr?

Je schlechter das Vertrauensverhältnis zum behandelnden Arzt ist, desto intensiver informieren sich Betroffene online. Zu diesem Ergebnis kommt Kommunikationswissenschaftlerin Elena Link in ihrer Dissertation. Das Vertrauen in das medizinische Personal wird vor allem dann getrübt, wenn sich Hilfesuchende zu wenig informiert und unterstützt fühlen, Dr. Google diese unerfüllten Bedürfnisse aber kompensiert.

Braucht ein stabiles Finanzsystem große Banken?

In seiner Dissertation untersucht Kilian Huber, welche Folgen die Finanzkrise von 2008 bis 2010 für Unternehmen hatte, die bei einer krisengeschüttelten großen deutschen Bank Kredite aufgenommen hatten. Sein Ergebnis: Die betroffenen Unternehmen konnten die Verluste auch in den Jahren nach der Krise nicht ausgleichen und erlitten somit einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden. Huberts These: Große Banken investieren oft riskanter auf den weltweiten Finanzmärkten, sind aber nicht unbedingt wachstumsfördernder als kleine Banken. Die Regulierung der Bankengröße sollte daher kein Tabuthema in der politischen Debatte sein.

Mehr Informationen zu den Preisträger*innen und ihren Forschungsthemen unter www.studienpreis.de.

Weitere Nachrichten aus unserer Agentur und rund um das Thema Kommunikation finden Sie auf unserem Twitter-Account @_MannbeisstHund .