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Wissenschaft und Social Media: It’s a match!

Social Media ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Aber sind die sozialen Medien ein geeignetes Mittel, um Wissenschaft zu kommunizieren? Bei unserem Stammtisch haben wir Meinungen, Erfahrungen und Expertise ausgetauscht.

„It’s a match? Social Media und Wissenschaftskommunikation“ – das war der Titel unseres WissKomm-Stammtisches am 4. Mai 2022.

Wie immer hat unsere Community vorher über das Thema abgestimmt. Die Entscheidung war eindeutig: Es sollte sich um Wissenschaftskommunikation in den sozialen Medien drehen. Der Andrang war enorm. Zum ersten Mal haben wir eine Warteliste eingerichtet. Mehr als 30 Interessierte kamen zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und den Referent*innen zuzuhören.

der digitale Stammtisch mit vielen Teilnehmenden

Von Social-Media-Profis gelernt

Als Expert*innen saßen Hannah Schifko und Marcel Bülow mit am (virtuellen) Tisch.

Hannah Schifko ist Expertin für Online-Kommunikation und Social Media mit politischem Fokus. Aktuell ist sie persönliche Referentin der zweiten Hamburger Bürgermeisterin Katharina Fegebank. Hannah Schifko ist bei Twitter und LinkedIn.

Marcel Bülow ist gelernter Wissenschaftsjournalist und arbeitet seit 2012 als Social-Media-Manager in der Unternehmenskommunikation des Forschungszentrums Jülich. Marcel Bülow ist bei Twitter und LinkedIn.

So gelingt WissKomm auf Social Media

Im Rahmen des Stammtisches haben Schifko und Bülow Einblicke in ihre Arbeit geteilt. Das sind ihre Tipps:

  1. „Make it simple!“: Wie würde ich es meiner Großmutter erklären?

in der Wissenschaftskommunikation lautet die zentrale Herausforderung, komplexe Inhalte verständlich zu übersetzen. Dafür ist es hilfreich, eine einfache und positive Sprache zu verwenden und unnötige Floskeln wegzulassen. Statt Postings mit zu vielen Information zu überlasten, lieber ein bis zwei interessante Fakten herauspicken und ansprechend aufbereiten.

  1. Sei menschlich: Wer steckt hinter der Wissenschaft?

Mindestens genauso spannend wie die wissenschaftlichen Inhalte sind die Menschen dahinter. Wer ist der*die Wissenschaftler*in? Wie ist er*sie zur Forschung gekommen? Wie sieht sein*ihr Arbeitsalltag aus? Porträts von Forschenden verleihen den Projekten ein Gesicht und sind viel anregender als austauschbare Fotos aus Bilddatenbanken.

  1. „Make it recognizable!“: Schaffe einen Wiedererkennungswert

Ein Wiedererkennungswert entsteht zum Beispiel durch eine einheitliche Bildsprache im Social-Media-Feed. Templates in den Unternehmensfarben wecken die Aufmerksamkeit der Zielgruppe in der Posting-Flut des Newsfeeds. Auch regelmäßig wiederkehrende Formate tragen zur Wiedererkennung bei.

  1. Lerne deine Zielgruppe kennen

Insbesondere, wenn ein Unternehmen oder eine Einrichtung mehrere Social-Media-Kanäle bespielt, ist es wichtig, die eigene(n) Zielgruppe(n) zu kennen.

Der beste Weg ist der direkte: einfach mit der Community in Kontakt zu treten. Fragt nach: Worüber würdet ihr gerne mehr wissen? Welche Art von Content wünscht ihr euch? Meinungsumfragen und Stimmungsbilder laden die Community ein, ihre Wünsche zu äußern.

  1. Mach dich mit den Plattformen vertraut

Unterschiedliche Kanäle erreichen unterschiedliche Menschen. Während LinkedIn das professionelle Netzwerk bedient, erreicht Instagram eher den Nachwuchs. Auch die Formate unterscheiden sich zwischen den Kanälen. Deshalb ist es oft nicht ratsam, einen Beitrag für alle Kanäle zu produzieren.

Die wichtigsten Unterschiede zwischen den Kanälen: Die beliebteste Social-Media-Plattform im Bereich Wissenschaftskommunikation ist Twitter. Auch LinkedIn eignet sich, um wissenschaftlichen Content zu teilen. Beim professionellen Publikum kommen auch längere wissenschaftliche Beiträge gut an. Dagegen eignet sich Instagram, um die Zielgruppe mit Bildern emotional anzusprechen.

  1. Beziehe deine Community ein

In den sozialen Medien geht es darum, sich auszutauschen und zu kommunizieren. „Call-to-actions“ („Macht mit!“) motivieren die Zielgruppe, aktiv zu werden. Auch in Storys, etwa bei Instagram, gibt es interaktive Elemente. Zum Beispiel lassen sich Sticker einsetzen, um Fragen zu stellen oder zu beantworten. Auch Abstimmungen sind per Sticker möglich.

  1. Pflege deine Community

Ist eine Community aufgebaut, die fleißig „Daumen hoch“ vergibt, teilt und kommentiert, fallen weitere Aufgaben an: Fragen beantworten oder Diskussionen moderieren. All das kostet Zeit, ermöglicht jedoch sich konstruktiv auszutauschen und ein stabiles Netzwerk aufzubauen.

  1. Trau dich, neue Formate auszuprobieren

Ob Reels, Storys, Bilder oder Text: Kreativer Content kommt gut an. Eins ist klar: Lange, trockene Texte überzeugen nicht. Stattdessen ist Abwechslung gefragt. Besonders beliebt sind Video-Formate wie zum Beispiel Reels. Video-Content lässt sich ebenfalls wunderbar in Instagram-Storys unterbringen. Zum Beispiel in „Takeovers“, bei denen Forschende per Video durch ihren Alltag führen – so entstehen aus abstrakter Wissenschaft spannende Geschichten. Um Reichweite zu erzielen, ist außerdem bezahlte Werbung eine Erfolg versprechende Maßnahme – allerdings auch eine kostspielige.

  1. Evaluiere in regelmäßigen Abständen

Um zu überprüfen, ob die Kommunikation über Social Media funktioniert, gibt es vielfältige Möglichkeiten der Evaluation. Die meisten Plattformen bieten Statistiken über die Entwicklung der Followerzahlen und Interaktionsraten an. Wer tiefer einsteigen will, kann aus einer Vielzahl an Tools auswählen – viele davon sind allerdings kostenpflichtig. Informell hilft es auch, gelegentlich die Community um Feedback zu bitten.

  1. Nimm dir Zeit für Social Media

Social Media ist nichts für „nebenbei“. Material sammeln, Content erstellen, Community-Management und Evaluation: Eine professionelle Social-Media-Präsenz erfordert viel Zeit. Nicht ohne Grund stellen Unternehmen und Einrichtungen eigene Social-Media-Manager*innen ein.

Kleiner Tipp, falls die Zeit knapp ist: Die Forschenden mit einbinden! Hier helfen interne Schulungen und klare Social-Media-Guidelines. Bereiten die verschiedenen Kanäle zu viel Arbeit, ist es außerdem ratsam, sich auf den wichtigsten davon zu beschränken.

Fazit: It’s a match!

Am Schluss des Stammtischs war allen Teilnehmenden klar: Social Media und Wissenschaftskommunikation – das geht sehr gut zusammen. Soziale Medien sind für Unternehmen und Institutionen unverzichtbar. Auf Social Media präsent zu sein, erfordert Zeit, Geld und Engagement. Die gute Nachricht: Social Media lohnt sich! Wer in seine Social-Media-Kommunikation investiert, erschafft ein nachhaltiges Netzwerk.

Empfehlungen für gelungene WissKomm-Kanäle

Wir haben unsere Teilnehmenden nach guten Beispielen für gelungene Wissenschaftskommunikation in den sozialen Medien gefragt.

Hier sind die Empfehlungen des Abends:

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