Menü

Social Media in der Wissenschaftskommunikation

Beim 7. Stammtisch Wissenschaftskommunikation #hhswk ging es um die Planung und Organisation der Social-Media-Kanäle. In unserem Nachbericht fassen wir die Tipps der Referierenden und der Gäste zusammen.

An zwei langen Tafeln im Hadley’s teilten Maren Borgerding und Moritz Heitmann (HAW Hamburg) sowie Nicola Wessinghage (Mann beißt Hund) ihre Erfahrungen, die die anderen Gäste in lockerer Stammtischatmosphäre ergänzten.

Müssen heute alle PR-Verantwortlichen Social Media können?

Nicola Wessinghage verwies in dieser Frage unter anderem auf einen Artikel in PR-Report, wo betont wird: Heute müssen PR-Profis „die Mechaniken der Sozialen Medien verstanden und verinnerlicht haben. (…) Und das geht am einfachsten, wenn man die Kanäle selbst nutzt oder zumindest ausprobiert.“ Dabei schade auch ein bisschen Inspiration und Nachhilfe von Volontären nicht.

Letztendlich geht alles auf die Frage zurück: Wollen wir kommunizieren? Über Twitter, Facebook, Instagram & Co. tauschen sich Wissenschaftler*innen, Studierende und andere User aus und geben ihre Meinung zu Themen ab. Institutionen haben hier die Möglichkeit, das eigene Image zu steuern, wenn sie selbst den Diskurs anregen und sich aktiv beteiligen. Vor allem für öffentliche Einrichtungen bietet sich eine gute Möglichkeit, ihre Arbeit, die oftmals durch öffentliche Steuergelder finanziert wird, abzubilden. Wissenschaftler*innen können direkt über Forschungsergebnisse kommunizieren.

Aufgabenverteilung im Team

Die HAW hält etwa wöchentliche Redaktionskonferenzen im Team ab und bespricht sich auch täglich ganz kurz: Wer hat gerade was auf dem Tisch und für welche Kanäle wäre ein Thema geeignet?

Zur Arbeitsteilung gehört natürlich auch ein Plan für das Wochenende. Hier wurden verschiedene Modelle diskutiert: die Verantwortlichkeit wird nach Tagen aufgeteilt: eine ist am Samstag zuständig, eine am Sonntag. Ein Diensthandy schafft hier eine verträglichere Trennung von Arbeit und Privatleben. Grundsätzlich kann man etwa bei Facebook aber auch die Erreichbarkeit über die „Öffnungszeiten“ bekanntgeben – und am Wochenende einfach schweigen. Über bestimmte Benachrichtigungsfunktionen, die sich einstellen lassen, erhält man den Überblick, ob jemand kommentiert.

Social Media Kommunikation braucht grundsätzlich eine gute Vertrauensbasis, die auch eigenständige Formulierungen und Reaktionen zulässt – jedes Posting, jeden Kommentar abzustimmen, widerspräche dem Prinzip von Social Media. Hier hilft es, sich auf einen eigenen Stil zu einigen: Wie wollen wir grundsätzlich kommunizieren, wie oft retweeten, wie oft eigene Beiträge schreiben, welchen Service bieten? All diese Fragen lassen sich in Social-Media-Guidelines vorab klären.

Foto Stammtisch Wissenschaftkommunikation

Reger Austausch beim Stammtisch zum Thema Social Media in der Wissenschaftskommunikation.

Zusammenspiel der Kanäle

Im Zusammenspiel der Kanäle macht es oft mehr Sinn, vom Thema her zu denken und dann erst zu schauen, wie der Content für welchen Kanal aufzubereiten ist. Denn mit verschiedenen Kanälen werden auch unterschiedliche Zielgruppen erreicht: Studierendenkommunikation funktioniert zum Beispiel für die HAW gut über Facebook, Wissenschaftskommunikation besser über Twitter.

Redaktionspläne – zwischen Vorausplanung und Spontaneität

Moritz Heitmann gab für den Aufbau der Kanäle mit verschiedenen Verantwortlichen den Tipp, die Orga-Plattform trello zu nutzen. Bei der langfristigen Planung – und bei der Aufgabenverteilung – helfen auch Redaktionspläne. Es gibt unterschiedliche Mustervorlagen im Netz: eine gute Übersicht verschiedener Vorlagen findet sich im Blog textbroker. Langfristig eingetragen werden sollten natürlich eigene Veranstaltungen, Jubiläen, Veröffentlichungstermine, aber auch Jahrestage oder Gedenktage. Praktisch für eine gemeinsame Redaktionsplanung ist darüber hinaus Google-Drive – zumindest aber sollte ein Plan für alle auf dem Server zugänglich sein.

Bild Redaktionsplan

Beispiel-Vorlage für einen Social Media Redaktionsplan

Posts schon im Voraus in größeren Mengen planen

Es spart Zeit und reduziert Fehler bei Live-Veranstaltungen, Beiträge vorab auszuformulieren. Das Verhältnis von Planung und Spontaneität sollte aber ausgeglichen sein – vorbereitete Postings können die Arbeit erleichtern, allerdings müssen die Nutzer auch merken, dass die Inhalte noch authentisch und nicht vorhersehbar sind. Besonders bei Events ist es hilfreich, vorab in Ruhe die thematisch relevanten Hashtags und Twitternamen der beteiligten Personen zu recherchieren. Ebenso lässt sich planen, welche Fotos, Zitate eventuell zu teilen sind. Vorsicht mit Beiträgen, die mit der Timing-Funktion schon vorab eingestellt und dann automatisch gepostet werden: Es sollte sichergestellt werden, dass sie jemand löschen kann, wenn die Veranstaltung anders als geplant verläuft.

Themenplanung

Um immer up-to-date zu bleiben, empfiehlt es sich, Blogs und Listen über Twitter zusammenzustellen und dort Themen zu beobachten, eventuell auch interessante Accounts. Das geht sehr gut über den Tweetdeck-Client, über den sich einzelne Hashtags oder Accounts gut und übersichtlich verfolgen lassen.

Um die Popularität des eigenen Twitter-Accounts zu erhöhen, sollte man gut vernetzte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der eigenen Institution aktiv einbinden. Hilfreich ist es, eine Liste mit Twitternamen aktiver, vernetzter Mitarbeiter*innen anzulegen. Auch neue Mitarbeiter*innen können über ihre Kanäle vorgestellt und vernetzt werden.

Ein guter Tipp aus der Stammtisch-Runde, um Themen aus dem eigenen Hause zu identifizieren und für Vielfalt zu sorgen: internen Wettbewerb für Themen aus den Fachbereichen oder Abteilungen initiieren, sodass die Wissenschaftler*innen regelmäßig eine Chance haben, eigene Themen sichtbar zu machen.

Krisenkommunikation und Umgang mit Trollen

Die HAW bespricht sich und entscheidet gemeinsam, wie ernst man Kommentare nehmen soll und was die richtige Reaktion darauf ist. Trollen sollte man nicht zu viel Beachtung schenken und schnell klar formulieren, dass man das „Gespräch“ nicht weiterführen möchte.

Für die Krisenkommunikation gab Nicola Wessinghage den Tipp, potenzielle Krisensituationen als Rollenspiel mit allen Beteiligten vorher einmal durchzuspielen. In der inszenierten Krise lässt sich dann herausfinden, was alles geregelt sein sollte, welche Telefonnummern man für den Ernstfall braucht und welches Grundverständnis es zu bestimmten Krisenthemen gibt.

Bilder

Visuelle Reize sind für Social Media extrem wichtig – nicht nur bei Instagram. Mit der kostenlosen Bildbearbeitungs-App Canva lassen sich unkompliziert Bilder mit Formatvorlagen für verschiedene Social Media Profile erstellen. Mit der Pro-Version können die eigenen Design-Vorgaben integriert und abgespeichert werden.

Grundsätzlich sollte der/die Verantwortliche ein gutes visuelles Gespür mitbringen – wie zum Beispiel Moritz Heitmann, der für fast jeden Facebook-Post ein passendes Bild aus dem HAW-Archiv sucht.

Wenn nicht für jeden Kanal gutes Material bereit steht, muss dieses eventuell zielgerichtet produziert werden. Die HAW bindet hier Studierende ein: Werkstudierende produzieren zum Beispiel YouTube-Filme, um die Filmqualität des Kanals zu professionalisieren.

Insgesamt zeigte sich, dass die verschiedenen Teams zum Teil unterschiedlich organisiert sind und es verschiedene Möglichkeiten gibt, sich für die Social-Media-Kommunikation zu organisieren. Gerade deshalb war der Austausch untereinander zu diesem Thema für alle sehr bereichernd – wir danken allen, die dabei waren.

Der nächste Stammtisch

Am 12. September treffen wir uns um 18:30 Uhr zum 8. #hhswk im Hadley’s. Stefanie Schröer (spiderwebmarketing) und Karsten Buth (Kabelwelten) geben Input zu Facebook Ads sowie Suchmaschinenoptimierung für Websites (SEO) und laden zum Erfahrungsaustausch ein. Weitere Details folgen in der Einladung.

Suche im Blog

Auf unserem Twitter-Feed ‎@_MannbeisstHund finden Sie weitere Nachrichten von uns.

Archiv