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Podcasting in der Wissenschaftskommunikation

Wie setzt man Podcasts ein, um Wissenschaft zu kom­mu­ni­zie­ren? Beim vier­ten, in die­sem Jahr letz­ten Hamburger Stammtisch Wissenschaftskommunikation #hhswk geht es um Wissenschaft für die Ohren. Zur Vorbereitung auf den Abend ha­ben wir ein paar Informationen und Beispiele zum Anhören zu­sam­men­ge­stellt.

Bild: sarahmirk CC BY-SA 4.0

Bild: sa­rah­mirk CC BY-SA 4.0

Die Anregung zum Thema kam auf, als wir uns beim letz­ten Mal tra­fen. Daniel Meßner, ei­ner der Teilnehmer des Stammtisches im September, der die gu­te Idee hat­te, ist auch ei­ner un­se­rer Gäste am 30. November im „Alles Elbe“ in St. Pauli. Gemeinsam mit Nele Heise be­rich­tet er aus der ei­ge­nen Praxis. Beide sind recht ak­tiv in der Szene der Podcaster*innen und ken­nen si­ch vor al­lem da­mit aus, was Podcasts für die Wissenschaftskommunikation leis­ten kön­nen. Mehr Infos zu den bei­den fin­den si­ch in der Ankündigung des vier­ten Stammtisches Wissenschaftskommunikation.

Erst hören, dann austauschen

Weil das Format Stammtisch si­ch nicht gut da­zu eig­net, Podcasts zu­sam­men zu hö­ren (grund­sätz­li­ch na­tür­li­ch ei­ne schö­ne Idee), son­dern eher da­zu ge­dacht ist, dar­über zu spre­chen, stel­len wir zur Vorbereitung hier ein paar Informationen und Beispiele für Wissenschaftspodcasts zu­sam­men.  Für den Stammtisch emp­feh­len wir be­son­ders die ak­tu­el­le Folge des „Bredowcast“ vom Hans-Bredow-Institut für Medienforschung an der Universität Hamburg. Diese Ausgabe, zum Hören hier gleich ein­ge­bun­den, ist ein gu­tes Beispiel da­für, wie man wis­sen­schaft­li­che Tagungen und Konferenzen mit ei­nem Podcast be­glei­ten und do­ku­men­tie­ren kann. Nele Heise war an der Entwicklung des Bredocast be­tei­ligt und kann si­cher ein paar Fragen da­zu be­ant­wor­ten, auch wenn sie heu­te nicht mehr da­für ver­ant­wort­li­ch ist.

 

Aus Daniel Meßners Podcast „Zeitsprung“ emp­feh­len wir als Hörprobe die Episode zum Londoner Kutschenstreit. Mit ei­nem be­freun­de­ten Historiker er­zählt Daniel in die­sem Podcast je­de Woche ei­ne Geschichte aus der Geschichte.

ZS58: Londoner Kutschenstreit

Allen, die et­was mehr Zeit mit­brin­gen, emp­fiehlt Daniel Meßner den Podcast „Methodisch in­kor­rekt“ - in­zwi­schen ei­ner der be­lieb­tes­ten deut­schen Podcasts. Das sei er­staun­li­ch, sagt Daniel, da si­ch die bei­den Macher bis zu vier Stunden lang über ak­tu­el­le, wis­sen­schaft­li­che Paper aus­tausch­ten - wie zum Beispiel in Folge 85 über „Glasfaser & Silikonklos“:

Sammlung von Podcasts zu Wissen und Wissenschaft

Ein um­fas­sen­des Verzeichnis von Podcasts zum Themenbereich Wissen und Wissenschaft bie­tet die Seite Wissenschaftspodcasts. Die Macherinnen und Macher er­mög­li­chen ei­nen Überblick und ma­chen Lust auf das Entdecken span­nen­der Formate. Die Seite will mehr sein als als ei­ne rei­ne Link-Sammlung, ein „bun­tes Team von Wissen{schaut}spodcasterinnen“ ku­ra­tiert die ein­zel­nen Vorschläge.

Überblicksartikel zum Einstieg

Henning Krause, Social-Media-Manager bei der Helmholtz-Gesellschaft, stellt in ei­nem um­fas­sen­den Blogbeitrag di­ver­se Podcasts zu wis­sen­schaft­li­chen Themen vor - un­ter an­de­rem qua­si ei­nen „Meta-Podcast“ vom Stifterverband über das Phänomen der Audio-Wissenschaftspodcasts.  Er be­tont in sei­nem Beitrag den gro­ßen Reiz der Podcasts, die „si­ch al­le Interessierten dann an­hö­ren kön­nen, wenn ihr Gehirn zwar auf­nah­me­be­reit ist, sie aber die Zeit nicht an­der­wei­tig nut­zen kön­nen, weil sie z.B. ge­ra­de Autofahren, jog­gen, die Wohnung put­zen oder auf dem Heimtrainer sit­zen“. In den Kommentaren zum Blogpost fin­den si­ch vie­le wei­te­re Hinweise auf gu­te Beispiele.

Wissenschaft auf die Ohren: Audiopodcasts

Podcasting – Vortrag zu einem Phänomen der Wissenschaftskommunikation

Nele Heise be­schäf­tigt si­ch auch als Kommunikationswissenschaftlerin mit dem Phänomen Podcasting und hält dar­über Vorträge auf Konferenzen. Hier ei­ner da­von, der ei­ne sehr gu­te Einführung gibt, um Podcasts zu ver­ste­hen und die ver­schie­de­nen Erscheinungsformen ein­ord­nen zu kön­nen:

Wissen to Go - Podcasting und Wissenschaftskommunikation from Nele Heise

In der Präsentation gibt es un­ter an­de­rem ei­nen Link zu Podcasts von Frauen – ei­ne Sammlung, die Nele Heise an­ge­legt hat und die als kol­la­bo­ra­ti­ve Liste kon­ti­nu­ier­li­ch wei­ter­ge­führt wird. Beim Veröffentlichen die­ses Beitrags fin­den si­ch hier schon 340 Links zu „Frauenstimmen im Netz“.

Podcasting - bald auch in Deutschland ein Massenphänomen?

Und dass es si­ch lohnt, si­ch mit dem Phänomen Podcast nä­her zu be­schäf­ti­gen, zeigt auch ein Bericht im Print-SPIEGEL (Ausgabe 20/14.05.2016) von Hilmar Schmundt: Die Anzahl der Podcast-Hörerinnen und -Hörer ha­be si­ch in Deutschland in­ner­halb ei­nes Jahres laut ei­ner ARD/ZDF-Studie fast ver­dop­pelt. In den USA sei Podcasting schon längst Mainstream, ein „Massenspektakel“ mit über 45 Millionen Menschen, die min­des­tens ein­mal im Monat ei­nen Podcast hör­ten. Der Text ver­schweigt nicht, dass die Situation mit Deutschland nicht ver­gleich­bar ist, weil hier der öffentlich-rechtliche Rundfunk sehr vie­le gu­te, fun­dier­te Beiträge bringt. Aber die Sender bie­ten vie­le ih­rer Stücke in­zwi­schen eben­falls als Podcasts an. Und wenn mitt­ler­wei­le selbst Streaming-Dienste wie Spotify mit ei­ge­nen Produktionen auf­war­ten, für die sie si­ch so­gar Größen wie Jan Böhmermann ein­kau­fen, so wird das dem Podcasting den Aufschwung brin­gen, von dem auch die Wissenschaftskommunikation pro­fi­tie­ren kann.

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