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Komplexes anschaulich erzählen

Berliner Museumsobjekte als Startpunkt akustischer Reisen: „Hinter den Dingen“, der Podcast des Sonderforschungsbereiches „980 Episteme in Bewegung“ der FU Berlin, vermittelt Wissensgeschichte. Ein Gespräch mit Kristiane Hasselmann, Wissenschaftliche Koordinatorin des SFB, über die vielfältigen Möglichkeiten, Abstraktes hörbar zu machen.

Kristiane Hasselmann ist Wissenschaftliche Koordinator am Sonderforschungsbereich 980 der FU Berlin. Foto: Erika Borbély Hansen

Warum fiel die Entscheidung für „Hinter den Dingen“ auf das Medium Podcast?

Wissensgeschichte ist auf den ersten Blick etwas furchtbar Abstraktes. Wir wollen zeigen, wie vielfältig unser Sonderforschungsbereich ist und was er zu leisten vermag. Obwohl ein Podcast auf den Hörsinn beschränkt ist, lassen sich wissensgeschichtliche Zusammenhänge sehr gut sinnlich erfahrbar machen, zum Beispiel durch Soundscapes oder das Einsprechen von Originaldokumenten. Uns liegt fern, den Zuhörer*innen im Podcast vorzugaukeln, wir wüssten, wie es in früheren Zeiten war, und arbeiten gern mit ironischen Brechungen, um seine Konstruiertheit auszustellen.

Wie gehen Sie dabei vor, die sehr komplexen Zusammenhänge so anschaulich zu erzählen?

Zu Beginn bitten wir die Mitarbeiter*innen der Teilprojekte des Sonderforschungsbereichs, uns Objekte vorzuschlagen. Anhand dieser konkreten Objekte können wir auf verschiedenen Ebenen erläutern, was Wissensgeschichte ist. An dem Forschungsverbund sind 24 Fachdisziplinen beteiligt. Für die einzelnen Objektgeschichten ist es zuweilen sogar von Vorteil, dass wir einer Disziplin selbst nicht angehören. Wir begleiten die Expert*innen über einen längeren Zeitraum und stellen dabei viele Fragen. So werden nach und nach die Konturen der neuen Folge sichtbar. Jedes Objekt gibt uns dabei eine andere Dramaturgie vor, der wir folgen. Der zeitliche und personelle Aufwand ist sehr hoch und nur mithilfe eines Teilprojekts Öffentlichkeitsarbeit, welches Sonderforschungsbereiche bei der DFG beantragen können, realisierbar. Dieses wunderbare Modul ermöglicht uns, tief in die Forschung einzudringen und innovative Formen der Wissenschaftskommunikation zu erproben.
Sie haben direkt ab der ersten Folge mit Deutschlandfunk Kultur kooperiert. Was sind Ihre Tipps für die Podcast-Vermarktung?

Wir waren erfolgreich mit einer proaktiven Herangehensweise. Ich rate Interessierten, auf potentielle Medienpartner mit einer hochwertigen Hörprobe zuzugehen und eine Kooperation anzubieten. Wie sehr wir von der Kooperation mit Deutschlandfunk Kultur profitieren, macht sich direkt im Anschluss an die ausgestrahlten Sendungen an unseren Abrufzahlen bemerkbar. Realisierbar ist das Projekt zudem nur durch die enge Kooperation mit den Staatlichen Museen zu Berlin, die uns ebenfalls von Anbeginn wichtige Partner waren.

Zum Weiterhören: Wissenschaftspodcast „Hinter den Dingen. 5000 Jahre Wissensgeschichte zum Mitnehmen und Nachhören“ – www.hinter-den-dingen.de und überall, wo es Podcasts gibt

Dieser Text entstammt unserem Newsletter „Wuff-Sendung“, in dem wir etwa sechs Mal im Jahr über Trends in der Kommunikation berichten, Tools vorstellen und Tipps geben. Wer keine Ausgabe verpassen möchte, registriert sich hier.

 

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