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Comics und Infografiken in der Wissenschaftskommunikation

Wer Wissenschaft kommuniziert muss komplexe Inhalte auch für Laien verständlich machen. Visuelle Ausdrucksformen setzen dort an, sie ergänzen den Text oder ersetzen ihn gar. Wie das genau funktioniert, haben wir beim Stammtisch Wissenschaftskommunikation im Februar mit zwei Expertinnen  besprochen.

Die Ergebnisse der Zeichenübung

Stimmt es, dass Bilder mehr als 1000 Worte sagen? Wie übersetzt man Information in Bildsprache?  In der online-Diskussion beim Stammtisch Wissenschaftskommunikation gaben uns die Comiczeichnerin Martina Schradi und Infografikerin Esther Gonstalla Einblicke in ihre Arbeit. Und auch die Stammtisch-Community durfte kreativ werden. Aus dem anschließenden Austausch haben wir folgende zehn Learnings mitgenommen:

  1. Comics: Einstieg in komplexe Themen
    Comics eignen sich gut, um verschiedene Zielgruppen für ein Thema zu interessieren. Schon drei kleine Bilder können in einem ersten Schritt die Hemmschwelle abbauen, sich einem schwierigen Inhalt zu nähern. Die Vertiefung ist der zweite Schritt, nachdem zunächst Aufmerksamkeit erzeugt wurde.
  2. Comics: Punkt, Punkt, Komma, Strich – fertig.
    Menschen versuchen, in allen Figuren stets das Menschliche oder Gesichter zu erkennen. Je schlichter die Figuren sind, desto höher ist die Identifikation, da sie mehr Projektionsfläche bieten.
  3. Comics: Identifikation durch Storytelling
    Comics erzählen immer eine Geschichte, bei der eine Hauptfigur im Mittelpunkt steht – der/die Held*in. Der/die Lesende identifiziert sich schnell mit der Hautfigur, so dass durch das Miterleben ein Lerneffekt erzielt wird.
  4. Comics: Emotional, doch anonym
    Comics bieten einen emotionalen Zugang zu schwierigen Themen. Wahre, persönliche Geschichten und Traumata können emotional erzählt werden. Die Zeichnungen schützen gleichzeitig die Anonymität der Betroffenen.
  5. Comics: Nicht nur für Kinder
    Die Annahme, dass Comics einen zu kindlichen Charakter haben, als „niedere Kultur“ gelten und daher für die Vermittlung  wissenschaftlicher Inhalte nicht geeignet seien, ist ein Vorurteil. Comics lassen sich für unterschiedliche Adressaten zielgruppengerecht konzipieren und erzählen.
  6. Infografiken: Reduzierte Komplexität
    Wissenschaftliche Themen sind meistens komplex und vielschichtig: Infografiken machen Themen auf einen Blick übersichtlicher. Sie zeigen Zusammenhänge auf und stellen dadurch ein Verständnis her.
  7. Infografiken: Ach so!
    Jede Infografik enthält einen Überraschungsmoment, den der/die Lesende als „Aha-Moment“ empfindet und damit die Information besser abspeichert. Zahlen, Relationen und Zusammenhänge  sind die ungewöhnliche Kombination von Text und Bild eher nachvollziehbar und können besser verstanden werden.
  8. Infografiken: Alles ist möglich
    Astrophysik auf einer DIN-A4-Seite erklären? Nicht möglich, aber auf vier Seiten vielleicht schon. Kein Thema ist zu komplex, kein Forschungsbereich zu abwegig, um durch Infografiken dargestellt zu werden. Ausschließlich das gewünschte Format setzt Grenzen.
  9. Infografiken: Weniger ist mehr
    Reduzierte Farben und Formen verringern die Komplexität. Klare Strukturen und der Verzicht auf Schnörkel geben den Infografiken einen seriösen Charakter, der je nach Zielgruppe entsprechend angepasst wird. Frei nach dem Motto: Einfach ist wichtiger als schön.
  10. Infografiken: Perfekt für Social Media
    Infografiken eignen sich hervorragend für Social Media. Sie stellen komplexe Themen in einem Bild dar und passen sich damit der kurzen Aufmerksamkeitsspanne an. Animationen schaffen in der Flut des Contents eine erhöhte Aufmerksamkeit.

Weitere Informationen zu den Projekten und Arbeiten von Martina Schradi und Esther Gonstalla findet ihr hier:

Der nächste Stammtisch Wissenschaftskommunikation #hhswk findet im April 2021 statt. Mehr Details zum Stammtisch findet ihr hier – wer regelmäßig Einladungen erhalten will, schreibt uns eine Mail.

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