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Zwei Standorte – ein Podcast: Studio-Link sorgt für Studioqualität

Distanzen und Räume zu überwinden, um Interviews oder Gespräche zu führen, kann für Podcaster zum Problem werden. Doch es gibt gute und einfache technische Lösungen, die Podcasts ohne Reisezeit oder das gefürchtete Rauschen des Telefonhörers möglich machen. Wir haben das Tool Studio-Link getestet.

Jede Woche erzählen sich Daniel Meßner und Richard Hemmer in ihrem Podcast Zeitsprung spannende Geschichten aus der Geschichte. Daniel lebt aber in Hamburg, Richard in Wien. Die Podcaster sind mit dem Distanz-Problem nicht allein. Interessante Gesprächspartner*innen leben meist nicht im eigenen Kiez. Die Zeitsprung-Macher nutzen das Tool Studio-Link, das wir uns einmal genauer angesehen haben.

So funktioniert das Tool

Studio-Link ist ein sogenanntes Voice over IP/Audio over IP-Tool. Audiodateien werden in Echtzeit über das Internet übertragen. Dafür gibt es gibt zwei Varianten: ein eigenständiges Programm (Studio-Link Standalone) oder ein PlugIn für eine vorhandene Studiosoftware, etwa Reaper oder Ardour.

Die Standalone-Variante müssen sich die Teilnehmenden des jeweiligen Gesprächs auf ihren Rechnern installieren. Das Gespräch wird dann via Browser geführt. Wichtig: Alle Beteiligten sollten ein gutes Mikrofon besitzen, denn dessen Qualität wird übertragen. Am besten ist das ein hochwertiges USB-Mikro, denn dann wird das analoge Audiosignal direkt im Mikrofon digitalisiert, unabhängig vom verwendeten PC. Die Zeitsprung-Autoren nutzen zum Beispiel ein Rode Podcaster. Im Notfall tut es aber auch ein ordentliches Headset.

Die Übertragung ist völlig latenzfrei, technisch bedingte Verzögerungen zwischen zwei Gesprächspartner*innen gibt es also nicht. Im Gegensatz etwa zu Interviews, die per Skype geführt werden, ist auch das Übersprechen eines anderen Teilnehmenden möglich. Die anschließende Bearbeitung der Tonspuren ist zudem in Standardprogrammen für Podcasts unkompliziert möglich.

Die zweite Variante ist das PlugIn von Studio-Link. „Das PlugIn ist empfehlenswert für alle, die eine Audiosoftware nutzen und mehr Einflussmöglichkeiten während der Aufnahme haben möchten“, sagt Daniel Meßner. So lassen sich zum Beispiel EQ-Einstellungen wie Höhen und Tiefen anpassen, ein Livestream integrieren oder Kapitelmarken setzen. Die Tonspuren werden dabei nicht in Studio-Link aufgenommen, sondern als integrierte Spuren in der genutzten Audiosoftware.  Studio-Link ist zum Beispiel mit dem weit verbreiteten Tool  Reaper/Ultraschall kompatibel. Auch das kostenlose Schnittprogramm Audacity unterstützt Studio-Link.

Das kostet es

Ab März wird es mehrere Bezahl-Varianten geben, die zwischen 1 und 10 Euro pro Monat kosten. Diese liefern dann unter anderem die Möglichkeit, Studio-Link mit dem Smartphone zu benutzen oder mehrere Clients und OnAir-Streams einzurichten. Per QuickWeb kann man für derartige Livestreams einen Einladungslink an Gäste verschicken. Diese können sich zum gewünschten Zeitpunkt einwählen und an dem Gespräch teilnehmen. In der Pro-Version soll es künftig auch Apps für iOS und Android geben.

Wer jedoch weder mobil aufnehmen noch mehrere Clients anmelden oder OnAir streamen möchte, kann auch weiterhin Mehrspuraufnahmen mit der kostenlosen Version machen.

So viel Zeit muss sein

Installation und kurze Einarbeitung – fertig. Studio-Link ist intuitiv zu bedienen und schnell erlernt.

Fazit

Wer regelmäßig Podcasts mit externen Gesprächspartner*innen aufnehmen will, hat mit Studio-Link ein ordentliches, preiswertes und einfach zu bedienendes Tool. Es spart Zeit, Reisekosten und Kohlendioxid-Ausstoß.

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