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Blogparade: Sollen Kinder in den Ferien lernen?

Ler­nen in den Feri­en: Ja oder nein?“ Mit die­ser Fra­ge star­te­te die Blog­ge­rin „Frau Mut­ter“ am 20. Juni eine Blog­pa­ra­de. Auf­hän­ger ist eine aktu­el­le Umfra­ge unse­res Kun­den sco­yo, Anbie­ter eines Online-Lernportals. Zwei Drit­tel aller Schü­le­rin­nen und Schü­ler zwi­schen sechs und 14 beschäf­ti­gen sich nach den Ergeb­nis­sen der Befra­gun­gen von Eltern und Schü­lern in der schöns­ten Zeit des Jah­res mit Mathe, Deutsch, Fremd­spra­chen oder ande­ren Fächern aus der Schu­le.

Es ist nach 2013 bereits das zwei­te Mal, dass sco­yo die Eltern befragt, wie sie es in den Feri­en mit dem Ler­nen hal­ten. Ins­ge­samt hat sich die Anzahl der Schü­ler, die in der schul­frei­en Zeit Voka­beln ler­nen und Auf­ga­ben lösen, gegen­über dem Vor­jahr nicht ver­än­dert. Das Pen­sum aber hat sich erhöht: Der Anteil derer, die berich­te­ten, ihr Kind ler­ne mehr als zwei Stun­den pro Woche stieg von 35 Pro­zent 2013 auf 44 Pro­zent in die­sem Jahr.Blogparade_Endlich Ferien

Als die Umfra­ge­er­geb­nis­se 2013 ver­öf­fent­licht wur­den, reagier­ten meh­re­re Eltern in den Kom­men­ta­ren unter den Arti­keln mit Unver­ständ­nis. Man müs­se den Kin­dern doch wenigs­tens in den Feri­en ein­mal eine Pau­se gön­nen, hieß es. Der Leis­tungs­druck sei sowie­so schon zu groß.

Unterschiedliche Einschätzungen von Experten

Das stimmt sicher­lich. Exper­ten, die sich zu den scoyo-Umfrageergebnissen geäu­ßert haben, war­nen eben­falls davor, den Kin­dern die not­wen­di­ge Pau­se zu ver­weh­ren. Alle emp­feh­len, min­des­tens eini­ge Wochen in den Feri­en lern­frei zu hal­ten. Aber die Ant­wor­ten der Päd­ago­gen und Lern­for­scher ver­mit­teln zum The­ma Ler­nen auch ein dif­fe­ren­zier­tes Bild. So sieht Elke Hil­de­brandt, Pro­fes­so­rin für Unter­richts­ent­wick­lung in der Vorschul- und Pri­mar­stu­fe, zum Bei­spiel in spe­zi­el­len Feri­en­pro­gram­men eine Chan­ce für lern­schwa­che Kin­der. Für sie ist ent­schei­dend, wie die Kin­der ler­nen:

Grund­sätz­lich gilt: Wir ler­nen immer. Und wenn Kin­der Inter­es­sen haben, war­um sol­len sie sich dann nicht in den Feri­en damit beschäf­ti­gen? Kin­der, die ger­ne ler­nen, lesen meis­tens auch viel, ande­re zum Bei­spiel musi­zie­ren. Bei all­zu gro­ßem Ehr­geiz soll­ten Eltern ihre Kin­der aller­dings auch zu Pau­sen moti­vie­ren.

Der Erzie­hungs­be­ra­ter und Autor Jan-Uwe Rog­ge macht kei­ne Aus­nah­men:

Feri­en­zeit ist Frei­zeit – sie soll­te nicht mit schu­li­schem Ler­nen in Zusam­men­hang gebracht wer­den.

Motivation zurückgewinnen

Viel­leicht könn­te aber das Ler­nen in den Feri­en auch eine Chan­ce sein für die, die den Spaß dar­an schon ver­lo­ren haben. Eine scoyo-Studie  hat gezeigt, dass genau das gleich in den ers­ten Jah­ren der Schul­zeit pas­siert. Die Moti­va­ti­on der Schü­le­rin­nen und Schü­ler sinkt mit jedem Schul­jahr. Ler­nen jen­seits der Schul­bank könn­te die­se Freu­de am Ent­de­cken der Welt, an ihrer Aneig­nung durch Schrei­ben, Lesen und Rech­nen, wie­der bele­ben, wenn es gelän­ge, dass Kin­der zu ihrer ursprüng­li­chen Moti­va­ti­on zurück­fin­den. Dazu müss­te das Ler­nen viel­leicht anders aus­se­hen, als die Mäd­chen und Jun­gen es aus der Schu­le gewohnt sind.

Der Lern­for­scher Micha­el Fritz, den wir zu die­ser Fra­ge in unse­rem Blog an ande­rer Stel­le  bereits inter­viewt haben, nennt drei wich­ti­ge Punk­te als Vor­aus­set­zung, damit Kin­der enga­giert und mit Lust dabei sind, wenn in den Feri­en Pau­ken ange­sagt ist:

  1. Das Kind muss sich selbst Zie­le ste­cken.
  2. Die Umge­bung muss stim­men, es soll­te eine ange­neh­me Atmo­sphä­re herr­schen.
  3. Das Kind braucht Erfolgs­er­leb­nis­se.

Micha­el Fritz betont dar­über hin­aus, wie bedeu­tend es sei, dass Kin­der die Feri­en für all jene Erfah­run­gen nut­zen könn­ten, die in der Schul­zeit häu­fig zu kurz kämen: „den Bag­ger­see zum ers­ten Mal zu durch­que­ren, das Mäd­chen der Wahl end­lich anzu­spre­chen oder frem­de Län­der ent­de­cken“.

So macht Lernen Spaß

Klingt gut und rich­tig – und bestimmt sind die­se Erfah­run­gen für das wei­te­re Leben sehr wert­voll. Eltern soll­ten sich klar­ma­chen, dass Ler­nen auch oder gera­de dann funk­tio­niert, wenn es Spaß macht. Muscheln sam­meln, zäh­len und sor­tie­ren, Bur­gen bau­en, Urlaubs­bü­cher schrei­ben – sicher gibt es vie­le Akti­vi­tä­ten, über die sich Spiel, Spaß, Bewe­gung und Ler­nen unter einen Hut brin­gen las­sen. Damit die Kin­der am Ball blei­ben, müs­sen auch die Eltern inves­tie­ren, und zwar genau das, was den meis­ten am häu­figs­ten fehlt: Zeit. Die gute Nach­richt: Die Inves­ti­ti­on lohnt sich dop­pelt, denn im bes­ten Fall macht die­se Art des Ler­nens nicht nur den Kin­dern Spaß. Und passt damit wun­der­bar zu den Feri­en.

Wir sind gespannt auf die Ergeb­nis­se der Blog­pa­ra­de, in der unter ande­rem auch Tipps von Eltern gefragt sind. Alle, die einen Bei­trag ver­öf­fent­li­chen, soll­ten den Link in der Kom­men­tar­funk­ti­on des Pos­tings von Frau Mut­ter ein­tra­gen. Sie wird sie unter #feri­en­ler­nen über Face­book und Twit­ter tei­len.

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